Lisa Marie Loipetssperger

Geburtstag: 27.04.2000

Diziplin: Ski Alpin / Nationalmannschaft LG IIa
Beruf: Profisportlerin
Sponsoren: Viessmann (Kopf)
Ski: Rossignol
Schuhe: Lange
Stöcke: Komperdell
Brille: Uvex 

Mein Weg: 

Vom kleinem Skitiger zum Profi

Liebe WSV-Kids,

ich freue mich, dass ich euch einen Einblick in meinem Werdegang von der kleinen Zwergerlrennfahrerin mit den Ohren auf dem Helm zu einer Profiskirennläuferin geben darf.

Angefangen habe ich, wie viele von Euch, mit 3 Jahren im Skikindergarten vom ESV Neuaubing in Spitzing. Mein erstes Rennen, das Zwergerlrennen vom SC Nymphenburg habe ich schon ungefähr ein Jahr, nachdem ich zum ersten Mal auf den Ski stand, bestritten. 2006 bin ich dann zum WSV gekommen. Bald wurde das Spieljoch wie meine zweite Heimat und aus dem freizeitorientierten Familienskifahren wurde es durch die Superstrukturen im WSV immer mehr zum ambitioniertem Sport. Auch wenn sich der Anspruch vom Skifahren verändert hat, war ich froh, dass meine Eltern meist als Helfer und mein Bruder als selbst Aktiver immer mit mir am Hang waren, so blieb es weiterhin ein Familiending.


In der S10 (die heutige U12) durfte ich mich zum ersten Mal mit den anderen Besten von jedem Gau messen - in dem damals sogenannten DSC S10. Damals verpasste ich damals aber leider ganz knapp das berühmt-berüchtigte Felix Neureuther Camp, welches das große Ziel zum Saisonabschluss war. Obwohl es nicht geklappt hat, habe ich trotzdem nicht meinen Kopf in den Sand gesteckt, sondern ich habe mit voller Vorfreude auf die Schülerzeit geblickt. (Jetzt treffe ich den Felix ziemlich oft im OSP in Garmisch im Training). Mein erstes Rennen in den Schülern wagte ich in Seefeld, das von den Werdenfelsern ausgerichtet wurde. Es gelang mir ein ziemlich gutes Rennen und damit auch die ersten guten DSV-Schülerpunkte einzufahren. Mit Selbstbewusstsein und der Gewissheit, dass wir Münchner auch gegen die Bergler gute Chancen haben, ging es dann auch in die Saison der SVM-Rennserie. Bereits im Januar richtete der WSV einen U14 DSC am Sudelfeld aus. Als jüngerer Jahrgang durfte man sich keine zu großen Hoffnungen machen, ganz vorne dabei zu sein. Aber wie es manchmal so ist, wenn alles zusammenpasst, dann ist auch das manchmal Unmögliche möglich, und ich konnte meinen ers-ten DSC-Sieg mit nach Hause nehmen. Da war ich schon ganz schön stolz, der erste Slalom DSC-Sieg in einem Heimrennen. Wow. Andi, der damals schon beim WSV mein Trainer war, hatte uns nicht nur bestens vorbereitet, sondern auch den richtigen Lauf gesetzt.

Die Saison verlief insgesamt sehr, sehr gut und wurde gekrönt mit der Deutschen Schülermeisterschaft U14 im Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen. Der Saisonschluss wurde dann noch ein weiterer Höhepunkt. Ich wurde vom DSV nominiert und konnte meine erste internationale Erfahrung beim La Scara in Val D´Isère sammeln. Im zweiten U14 Jahr durfte ich dann im SVM-Team mitfahren. Besonders Andi, aber auch Dani und Flo haben mich auf diesen nächsten Schritt sehr gut vorbereitet. Dieses super Trainertrio hat mir unglaublich viel beigebracht und gelernt. Dafür bin ich wahnsinnig dankbar. La Scara und die Trofeo di Topolino in Folgaria/Italien buhlen immer darum, wer denn jetzt Ausrichter der inoffiziellen Schülerweltmeisterschaft ist. Deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut, dass ich im Jahr darauf Deutschland beim Topolino vertreten durfte. Ein 4. Platz im Slalom war bei der Konkurrenz auch nicht so schlecht. Natürlich geht es nicht immer nur bergauf. So musste auch ich mit weniger erfolgreichen Zeiten und Verletzungen fertig werden. Aber einmal mehr aufstehen als hinfallen und dann geht man auch aus solchen Zeiten gestärkt hervor. Meine Schülerjahre konnte ich dann 2016 so beenden, wie sie begonnen hatten, mit einer hervorragenden Deutschen Meisterschaft in Seefeld. Sieg im Riesenslalom, 2. Platz im Slalom. Ein krönender Abschluss auch für und mit Yvonne Schnock der SVM-Trainerin, die mich über 4 Jahre begleitet und geformt hat. Dank der herausragenden Arbeit von Yvonne konnte ich top vorbereitet in die Jugend starten. Mit ihr habe ich immer noch einen sehr engen Kontakt und halte immer mal wieder Rücksprache.

Der erste große Schritt zum DSV stand nun bevor. Da ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte, nach Berchtesgaden in die FOS aufs CJD zu wechseln, hatte ich mich entschlossen, das Angebot der Commerzbank anzunehmen und eine Ausbil-dung mit Sportförderung zu machen. Letztendlich habe ich mich aber im Juli noch kurzfristig umentschlossen und bin dann doch auf die FOS nach Berchtesgaden gegangen. Jetzt im Nachhinein war das die richtige Entscheidung. Perfekte Trainingsbedingungen, tolle Leute und das Fachabitur versüßten mir diese Entscheidung. Dennoch startete das 1. Jahr in der Jugend mit einer schwereren Schul-terverletzung und OP. Die Saison war dann eigentlich schon im Dezember gelaufen. Die C-Kadernormen konnte ich damit vergessen. Erst zum Saisonende konnte ich wieder in das Renngeschehen eingreifen. Dafür bin ich mit der letzten Saison ganz zufrieden. Nicht nur mein dritter Titel insgesamt und der erste in der Jugend mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft U18 im Slalom und der Vizemeisterschaft im Riesenslalom, sondern auch die ersten Siege bei NJR Rennen und die Nominierung in den C-Kader freuten mich ganz besonders. Mit dem Fachabitur in der Tasche sind die Möglichkeiten nach der Skikarriere natürlich auch noch einmal besser. 

Trotzdem kommt jetzt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Ich bin seit Juli sozusagen Profiskirennläuferin und seit September werde ich von der Bundeswehr sogar dafür bezahlt. Jetzt kann es also richtig losgehen. Denn trotz der vielen schönen Erlebnisse in all den bisherigen Jahren kommen erst jetzt die richtigen Herausforderungen. Ich will mich diesen Herausforderungen stellen und schauen, wie weit es geht. Dabei spielt die Gesundheit die wichtigste Rolle. Aber so ein Tag als Profi hat schon auch etwas. Täglich zwei- bis dreimal 2-3 Stunden Konditraining im Sommer sind schon eine Ansage und dazu dann 4-5 Skitage pro Woche, auch nicht schlecht. Die Wochen sind ausgefüllt. Profi eben. Mal schauen, was die Saison so bringt. Meine Vorgaben sind schon mal sehr ambitioniert. Aber zusammen mit meinem Team inkl. Trainern und den Münchner Mädels pushen wir uns weiter und weiter. Dieser Wettbewerb untereinander ist auch der Grundstein für den Erfolg von uns allen. Das war schon in den Schülerjahren so und ist es auch noch heute. Das muss auch so sein, auch wenn wir ansonsten sehr gut befreundet sind. Skifahren ist ein Individualsport, aber ohne das richtige Team, Trainer und Mitstreiter geht gar nichts. Ich bin unglaublich stolz und froh, dass ich mein Hobby und meine große Leidenschaft jetzt zu meinem Beruf machen konnte. Es ist wie ein wahr gewordener Traum zu mindeste schon einmal ein Stück weit und mal schauen, vielleicht geht er auch ganz in Erfüllung.

Ich würde mich freuen, wenn ich beim ein oder anderen Training bei euch zuschauen kann. Das wird nicht einfach, aber vielleicht tauche ich irgendwann und irgendwo einmal auf.

Verwöhnt eure Trainer, denn die gehören zu den Besten!

Viel Spaß und viel Erfolg und eine verletzungsfreie Saison!

Wünscht Euch

Lisa 

Best of Lisa Marie Loipetssperger